in Bern geboren und aufgewachsen in einer Musikerfamilie, studierte Noëlle-Anne Darbellay Violine an der Hochschule der Künste Utrecht (NL) bei Karen Turpie.und an der Hochschule für Musik Genf bei Stefan Muhmenthaler, wessen Assistentin sie seither ist. Wichtige Impulse erhielt sie u.a. von David Takeno, Felix Andrievsky, Bruno Canino, Siegfried Palm und für die Barockvioline von Julia Schröder.

Als Solistin trat sie u.a. am Lucerne Festival, an den rainy days der Philharmonie Luxembourg, am Schumannfest der Tonhalle Düsseldorf, Musiksommer Ernen, Davos Festival, an den ISCM World New Music Days, Music Documents Tokyo, Rencontres musicales de Champéry, am Musikfestival Bern, an der Schubertiade von Espace 2 und am Festival International de Musique Tibor Varga in Sion auf.

Ihre rege Tätigkeit als Kammermusikerin führte sie auf zahlreiche Konzertreisen in renommierte Säle in Europa und Asien. Sie ist Mitglied des Nouvel Ensemble Contemporain und Gast unter anderem beim Kammerorchester Basel, Gstaad Festival Orchestra, Collegium Novum Zürich und dem Ensemble für Alte Musik Die Freitagsakademie.
Zudem ist sie Gründungsmitglied des an der Schnittstelle von neuer Musik und bildender Kunst arbeitenden Musikperformance-Kollektivs Jetpack Bellerive, für welches zahlreiche namhafte KomponistInnen und KünstlerInnen Werke gewidmet haben.

Für ihre innovative Tätigkeit erhielt Noëlle-Anne Darbellay den Musikpreis des Kantons Bern. Aufnahmen u.a. bei Grammont mit Werken von ihrem Vater, dem Komponisten Jean-Luc Darbellay. Bei Challenge Records erschien 2018 eine viel beachtete Aufnahme mit ihrem Bruder, dem Hornisten Olivier Darbellay und dem Pianisten Benjamin Engeli.

 

Presse

[...] erlebte man die faszinierende singende Geigerin Noëlle-Anne Darbellay. Sie packte ihr wunderbarstes Berndeutsch aus und entlockte ihrer Geige die erlesen schönsten Töne. Dass neue Musik nur das Hässliche zelebriere – hier stimmt das definitiv nicht. Basler Zeitung
 

[...] Dass alle Protagonisten auch im klassisch-traditionellen Bereich zu Hause sind, beweisen sie mit einer enorm farbenreichen und mal verspielten, mal in Grübeleien verlorenen Interpretation des Brahms-Trios. Charles Koechlin frühe Miniaturen atmen die Pariser Luft an der Schwelle des Fin de Siècle und sich behutsam anbahnender Moderne. Ein exemplarisches Programm, das auf stimmige Weise Alt und Neu verbindet. Über die CD Constellations Ardentes, Musik&Theater, Stephan Thomas
 

Bei ihren Auftritten fasziniert Noëlle­Anne Darbellay ihr Publikum, wenn sie auf virtuose Weise gleichzeitig spricht, singt und spielt und sie überzeugt mit der Glaubwürdigkeit ihrer Interpretationen: es geht ihr dabei nie um pure Selbstdarstellung, sondern vielmehr um das präzise Ausfüllen der „Figur“, die sie in den unterschiedlichen Performances darstellt. Dabei überschreitet sie immer wieder auf überraschende Weise Grenzen des Sehens und des Hörens. Cécile Olshausen, Musikjournalistin
 

Brahms’Trio Op.40 krijgt onder handen van Olivier en Noëlle-Anne Darbellay een zeer behartigenswaardige vertolking! De Volkskrant, Frits van der Waa
 

Die überragenden technischen Fähigkeiten der Geigerin Noëlle-Anne Darbellay werden nicht nur bei den klassischen virtuosen Kunstgriffen offenbar. Zudem verfügt sie über eine bühnenreife Sprechstimme [...] ein musikalisches Vergnügen auf höchstem Niveau. Lippisches Kultur-Journal, Detmold
 

Noëlle-Anne Darbellay est une flamboyante violoniste – elle a toutes les grâces, non seulement magnifique au violon, mais aussi vraie chanteuse. La Nouvelle République
 

 [...] erschien solches immer im Kontext eines elaborierten und kompromisslos avantgardistischen Tonsatzes, dessen Ausführung höchste Anforderungen stellte. Noëlle-Anne Darbellay und Samuel Stoll konnten ihre Dreifachbegabung als auf dieses Genre spezialisierte Musiker, Performer und Schauspieler in aller Breite ausspielen…ein flammendes Plädoyer für die Berechtigung und Aussagekraft der Neuen Musik! Musik&Theater, Stephan Thomas
 

[...] Die vier Miniaturen des Fauré-Schülers Koechlin bilden eine träumerische, sehnsüchtige Erinnerung an den Duft der Jahrhundertwende. Der Fassung für die Standard-Besetzung, Violine, Horn und Klavier, liess Koechlin noch eine weitere mit Viola anstelle der Geige folgen, und in dieser selten zu hörenden, ausserordentlich schönen Version wurde das Werk hier eingespielt. Das Schwergewicht der CD liegt auf Brahms’ Opus 40 für Klavier, Violine und Horn. Er schrieb das gedankenvolle Trio in einer Stimmung tiefster Trauer über dem Tode seiner Mutter. Die Interpretation ist ein Glücksfall: Zu den beiden Darbellay-Geschwistern gesellt sich der ausgezeichnete Schweizer Pianist Benjamin Engeli, auch er aus einer Musikerfamilie. Die drei finden sich in kraftvollem, subtilem und technisch makellosen Zusammenspiel. Über die CD Constellations Ardentes, Walter Kläy, Schweizer Musikzeitung
 

Düsseldorf. Von Frauen, über Frauen und mit Frauen, das war zusammengefasst die Leitidee des Schumannfestes 2019. Sie wurde thematisch, kompositorisch und künstlerisch bis zur letzten Veranstaltung befolgt. Mit den beiden Sopranistinnen Juliane Banse und Marisol Montalvo, der Geigerin Noëlle-Anne Darbellay, der Slampoetin Josefine Berkholz und der Komponistin Charlotte Bray traten am letzten Tag hochkarätige Künstlerinnen ins Rampenlicht der Tonhalle. Herausragend interpretiert wurden die von Jürg Wyttenbach vertonten Gedichte von Paul Klee, sowie „Oben ist unten“ für singende und rezitierende Geigerin von Jean-Luc Darbellay. Westdeutsche Zeitung, Günther Schultz.
 

[....] Dieses absurde Theater ist sehens- und hörenswert: Die Sopranistin [Noëlle-Anne Darbellay] singt unverständliche Texte in virtuosen Opernkoloraturen, das Orchester hingegen wird vom Chor gemimt und gesungen, ein Sprecher deklamiert Mani Matters (hochdeutschen!) Text, ein Pantomime, ein Cellist und der Schauspieler versuchen nebenbei in immer absurderen Verrenkungen die Gunst der Sopranistin zu erringen. Das ist unterhatames Musiktheater, ein Sammelsurium aus Sprachwitz und musikalischen Clownerien.
[...] Jürg Wyttenach konnte auf die Solisten zählen, zum Beispiel auf die Geigerin Noëlle-Anne Darbellay, welche die «Trois chansons violées» virtuos sang und spielte.
Aus der Rezension von Reinmar Wagner in Musik und Theater über die Uraufführung von Jürg Wyttenbachs Anti-Oper „Der Unfall“ am Lucerne Festival 2015.
 

[...] The Swiss violinist Noëlle-Anne Darbellay, who had given a fearless interpretation of Wyttenbach’s Trois chansons violées für eine singende Geigerin – lamenting a drunken rape with everything from wails above harsh pizzicato to the vibration of a needle beneath the strings of her instrument – then posed as an opera singer, uttering gibberish in vain self-glorification.
Classical Voice North America, Rebecca Schmid
 

Wyttenbach ist komponierend immer auch ein Sprachvirtuose, und so lässt er seine «violoniste chantante» (in «Trois Chansons Violées») tatsächlich auch singen, meist aber sprechen, juchzen, girren, schreien, lachen, plärren, stottern – und geigen; auch mit einer Haarnadel, zwischen die e- und a-Saite gesteckt, mit der sich dann ein rasendes Tremolo spielen lässt, was die ausgezeichnete Noëlle-Anne Darbellay als übermütige Komödiantin herrlich hinbekam. Basler Landschaftliche Zeitung
 

Noëlle-Anne Darbellay profiliert sich zunehmend als Spezialistin für avantgardistische Violinmusik, namentlich im Zusammenhang mit Performance-Elementen. Sie kommt auf dieser CD mehrfach zum Zug, etwa in „B-A-C-H“ für Violine solo. Bemerkenswert sind auch „Sadia“ und „Incident Room“, die Violinklang und Stimme (Texte von Béatrice Libert und Ken Edwards) kombinieren. Eindrücklich ist, wie hier facettenreiche Dialoge von einer Person realisiert werden – nicht zuletzt eine beträchtliche technische Herausforderung. 
Musik und Theater, Stephan Thomas